Kontrastdarstellung des Rückenmarkkanals (Myelographie)

Wozu dient die Myelographie?

Die Myelographie (Myelon = Rückenmark) wird bei Erkrankungen durchgeführt, die im Bereich des Rückenmarks oder einzelner Nervenwurzeln liegen und die mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie allein nicht zu klären sind.

 

Wie funktioniert die Myelographie?

Bei einer Myelographie wird ein jodhaltiges Röntgenkontrastmittel mit einer dünnen Nadel in die das Rückenmark umgebende Flüssigkeit (Liquor) gespritzt. Hierdurch wird der Liquor und die durch die Flüssigkeit verlaufenden Nervenfasern und das Rückenmark im Röntgenbild sichtbar. Dies lässt sich auf Röntgenaufnahmen abbilden.

 

Wie läuft die Myelographie ab?

Die Punktionsnadel wird meist im Bereich der Lendenwirbelsäule eingebracht. Dies kann im Sitzen oder Liegen erfolgen. Wichtig ist, den Körper im Lendenbereich so weit wie möglich zu beugen, um die Zwischenräume der einzelnen Wirbelkörper weit „auseinander zu klappen“. Dies erleichtert dem Arzt (und dem Patienten) die Punktion.
Wenn Nervenstrukturen im Bereich der Halswirbelsäule untersucht werden müssen, erfolgt (in seltenen Fällen) die Einführung der Punktionsnadel am Hals in Höhe des 1. und 2. Halswirbelkörpers.
Die korrekte Lage der Punktionsnadel lässt sich am Austritt von Rückenmarksflüssigkeit aus der Nadel feststellen. Über einen an die Punktionsnadel angeschlossenen Verbindungsschlauch wird anschließend vorsichtig Kontrastmittel eingespritzt.
Unter Durchleuchtungskontrolle wird die Verteilung des Kontrastmittels beobachtet. Nach vollständiger Kontrastmittelgabe wird die Nadel entfernt und anschließend werden Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule in unterschiedlichen Aufnahmerichtungen durch „nach vorne beugen“ oder „nach hinten lehnen“ angefertigt. In vielen Fällen wird ergänzend noch eine Computertomographie der interessierenden Abschnitte des Rückenmarkkanals durchgeführt.

 

Wie muss ich mich vorbereiten?

Eine besondere Vorbereitung Ihrerseits auf die Myelographie ist nicht erforderlich, jedoch sollten Sie ca. 4 Stunden vor der Untersuchung nüchtern bleiben.

Wenn Sie sich in neurologischer oder psychiatrischer Behandlung befinden und Sie bestimmte Medikamente einnehmen (z.B. sog. Neuroleptika oder Antidepressiva) sollte vor der Untersuchung eine Kontaktaufnahme mit Ihrem behandelnden Neurologen oder Psychiater erfolgen, um abzuklären, ob Sie Ihre Medikamente für einen Tag vor bzw. einen Tag nach der Untersuchung „absetzen“ können.