Entlastung und Drainage der Gallenwege sowie Wiederherstellung des Gallenabflussweges (PTC/PTCD)

PTC = perkutane transhepatische Cholangiographie
PTCD = perkutane transhepatische Cholangio - Drainage

 

Wozu dient der Eingriff?

Bei Abflussstörungen von Gallenflüssigkeit kommt es zum Stau und damit verbunden zur Aufweitung der in der Leber verlaufenden Gallengänge. Dies kann durch einen Gallenstein hervorgerufen werden, der in den Gallengang übergetreten ist und diesen verstopft, oder durch entzündliche Veränderungen sowie durch gut- oder bösartige Tumore.
Eine Möglichkeit, das Gallensekret abzuleiten, besteht in der Punktion der Gallengänge mit anschließender Einlage einer Drainage.

 

Wie läuft der Eingriff ab?

Unter lokaler Betäubung der Haut sowie der Leberkapsel wird eine dünne Hohlnadel durch die Haut in die Leber eingeführt, ein Gallengang aufgesucht und eine geringe Menge Kontrastmittel gespritzt. Lassen sich so die Gallengänge klar darstellen, wird über die Hohlnadel ein weicher Draht in das Gallensystem eingelegt. Über diesen „Führungsdraht“ wird ein Drainageschlauch, der an der Haut angenäht wird, in die Gallengänge eingebracht. Über diesen Drainageschlauch kann nun Gallensekret nach außen abgeleitet werden.
Des Weiteren ist es möglich, in einer zweiten Untersuchung über den eingelegten Draht den natürlichen Verlauf des Gallenganges zu sondieren. Dabei wird versucht, den Draht vorsichtig über die Engstellung des Gallenganges bis zur Mündung in den Zwölffingerdarm vorzuschieben. Danach lässt sich – wie bei Blutgefäßen – der Gallengang mittels Ballonkatheter aufdehnen und ein Stent (Gefäßstütze) implantieren, der den natürlichen Abfluss des Gallensekrets ermöglicht. 

Über alle möglichen Komplikationen werden Sie durch den behandelnden Radiologen vor Beginn der Untersuchung umfassend aufgeklärt.