Behandlung der Prostatavergrößerung

Prostatavergrößerung / -hyperplasie

Zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (benignen Prostatahyperplasie, Prostata-Adenom) setzt die radiologische Universitätsklinik Bonn als erste deutsche Klinik einen interventionellen Eingriff zur Verbesserung des bei Prostata-Adenomen häufig gestörten venösen Blutflusses ein. Hierbei handelt es sich um einen Eingriff, der zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei jüngeren Männern seit längerem mit guten Ergebnissen und geringer Nebenwirkungsrate genutzt wird. Erst unlängst hat sich aber herausgestellt, dass auf diese Art auch eine vergrößerte Prostata behandelt werden kann.

Bei wem kommt die hier vorgestellt Therapie in Betracht?

Prinzipiell bei allen Patienten, bei denen eine gutartig vergrößerte Prostata durch Druck auf die Harnröhre zu Beschwerden führt. Typische Probleme, die aber nicht immer alle und gleichzeitig vorhanden sein müssen sind:

Nicht eingesetzt werden sollte der Eingriff bei Patienten mit einer chronischen Prostatitis oder einem chronischen Harnwegsinfekt.

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Diese Therapie kann ambulant durchgeführt werden. Zur Sicherheit sollte vor dem Eingriff das Prostata-spezifische Antigen (PSA) bestimmt sein. Wie bei jeder interventionellen Therapie muss vor der eigentlichen Therapie ein Aufklärungsgespräch stattfinden. In diesem Rahmen führen wir eine transabdominelle (keine transrektale!) sonographische Untersuchung der Prostata sowie des Plexus pampiniformis durch.
Zur Therapie wird dann an einem zweiten Termin über einen Zugang am Hals oder in der Leiste - ähnlich dem Legen einer Nadel zur Blutentnahme am Arm – eine dünne Sonde eingeführt und die zur Prostata führenden Venen werden gezielt aufgesucht und therapiert (s. bitte Abbildungen). Nach Beendigung des etwa 1 Stunde dauernden Eingriffs wird die Sonde wieder entfernt, die Punktionsstelle komprimiert. Etwa 4 Stunden muss der Patient dann noch zur Sicherheit in der Klinik bleiben, anschließend kann er wieder nach Hause.
Ein spezielle medikamentöse Therapie nach dem Eingriff ist nicht (!) notwendig! Nachkontrollen mittels Sonographie /Ultraschall werden 2 und 4 Wochen sowie 3, 6 und 12 Monate nach dem Eingriff durchgeführt.

Abbildungen 1: Sondierung der linken (Abbildung links) sowie der rechten (Abbildung rechts) zur Prostata führenden Vene über einen Zugang von der rechten Leiste aus.

Ergebnisse

Die folgende Tabelle zeigt die berichteten Ergebnisse der Behandlung (nach Andrologia 2008; 40: 273):

Variable

Vor Behandlung

6 Monate nach Behandlung

Prostatavolumen (ml)

56,00 ± 4,12

36,93 ± 3,10

Nächtlicher Harndrang (/pro Nacht)

3,56 ± 0,63

0,96 ± 0,14

Nach unveröffentlichten Mitteilungen von Y. Gat,  M. Goren, E.  Perlow und S. Joshua wurden bisher (Stand 27.08.2013) von diesen 167 Patienten mit einer benignen Prostatahyperplasie mittels interventioneller Sklerosierung der Vv. testiculares (wie oben beschrieben) behandelt. Der Nachbeobachtungszeitraum betrug bis 18 Monate. Alle Patienten (mittleres Alter: 61,5±10,4 Jahre) hatten vor Behandlung eine beidseitige Varicozele, das mittlere Prostatavolumen betrug 46,6±38,0 ml. Dieses konnte durch den Eingriff verkleinert werden auf 33,0 ± 31,9 ml nach 6 Monaten und 25,2 ± 28,7 ml nach einem Jahr (p=<0.001). Damit einher ging eine deutliche Besserung der Beschwerden;  im standardisierten Fragebogen (American Urological Association Questionnaire – IPSS) konnte ein Rückgang des Index von 17,8 ±8,2 vor der Behandlung auf 11,3 ±7,3 nach 6 Monaten und 10,2 ±7,3 nach einem Jahr festgestellt werden.  Komplikationen wurden bis auf eine kurzzeitige Schmerzen im Hodenbereich über 1-2 Tage nach dem Eingriff sowie eine leichte Urtikaria bei einigen Patienten keine beobachtet.

 

Abbildungen 2: Prof. Gat, Goren und Strunk bei einem interventionellen Eingriff zu Behandlung der benignen Prostatahyperplasie in der Radiologischen Universitätsklinik Bonn.

Kontakt

Sollten Sie der Meinung sein, dass dieser Eingriff möglicherweise für Sie in Betracht kommt, stehen wir Ihnen für weiter führende Gespräche gerne unter folgender Telefonnummer zur Verfügung: