Therapieablauf

Aufnahme

Wenn Sie in unseren Abteilung ankommen, werden Sie vom Anmeldungspersonal begrüßt, und es werden die Formalien geklärt. Für eine schnelle und direkte Aufnahme ist eine Überweisung Ihres behandelnden, onkologischen Facharztes notwendig. Bitte achten Sie darauf, dass Sie außerdem sämtliche verfügbaren Vorbefunde (Arztbriefe, Operationsbericht, Pathologiebericht über die feingewebliche Untersuchung (Histologie), Röntgenbefunde und Röntgenbilder mitbringen. Anhand dieser Unterlagen macht sich der Arzt ein ausreichend genaues Bild über Ihre Erkrankung und erstellt ein für Sie geeignetes Behandlungskonzept. Wir bitten Sie, in dieser Zeit im Warteraum Platz zu nehmen.

Aufklärungsgespräch

In einem ausführlichen Gespräch wird der Arzt Ihnen das für Sie geeignete Behandlungs-konzept erläutern. In diesem Gespräch wird auch auf die Durchführung und Dauer der Behandlung, mögliche Nebenwirkungen und ggf. individuelle Verhaltensmaßnahmen eingegangen werden.

Bestrahlungsplanung und Simulation:

Um eine optimale und schonende Behandlung zu ermöglichen, sind vor Beginn der Strahlentherapie umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Eine bequeme und entspannte Lage des Patienten ist sowohl bei den Planungsterminen als auch bei den späteren Behandlungsterminen (bis zu 40 Tage) wichtig. An einem 1. Therapieplanungstermin werden abhängig von der zu bestrahlenden Region verschiedene Lagerungshilfen an den Patienten angepasst. In der Kopf- und Halsregion beispielsweise werden individuell Kunststoffmasken angefertigt, die eine identische Lagerung über alle Behandlungstermine gewährleisten.
Anschließend werden i.d.R. zunächst ein Röntgenbild und evtl. eine Computertomographie (CT) angefertigt. In jede einzelne Schicht zeichnet später der Arzt das zu bestrahlende Gebiet ein und erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit dem Medizinphysiker die optimale Bestrahlungstechnik. Besonderen Wert wird auf den Schutz gesunder Organe wie Herz, Lunge und Rückenmark gelegt. Anhand der errechneten Technik entscheiden Arzt und Physiker gemeinsam, an welchem der uns zur Verfügung stehenden Bestrahlungsgeräte (Linearbeschleuniger, Tomotherapiegeräte) Ihre Erkrankung bestmöglich behandelt werden kann.

Der 2. Therapieplanungstermin (Simulation) dient der Übertragung der erstellten Anordnung der Bestrahlungsfelder auf den Patienten. Der Simulator ist ein spezielles Röntgendurchleuchtungsgerät, mit dessen Hilfe die Bestrahlung durchgespielt werden kann, ohne dass eine Bestrahlung appliziert wird. Die Simulation dauert ca. 30-60 Minuten und wird vom Arzt, einer MTRA (medizinisch-technische Röntgenassistentin) und ggf. einem Physiker durchgeführt.

Die Übertragung der Bestrahlungsfelder auf den Patienten erfolgt über mehrere Filzstift-Markierungen. Sie ermöglichen erst die tägliche Einstellung der Bestrahlungsfelder am Bestrahlungsgerät. Die angebrachten Markierungen sind somit eine wichtige Maßnahme für die Bestrahlung und dürfen nicht entfernt oder selbst nachgezeichnet werden.

In bestimmten Situationen ist eine CT-Planung nicht erforderlich, dann können die Bestrahlungsfelder direkt am Simulator angepasst werden. In diesen Fällen gibt es nur einen Planungstermin.

Nach Abschluß der Simulation kann wenige Tage später mit der ersten Bestrahlung begonnen werden; dazu erhalten Sie einen entsprechenden Termin.




Simulator

Nachsorge:

Ihr behandelnder Strahlentherapeut wird Sie abhängig von den bestrahlungsbedingten Nebenwirkungen in den nächsten Wochen weiter beobachten und SIe ggf. wieder einbestellen. Nach Abklingen der akuten Nebenwirkungen hängt es vom Einzelfall ab, ob Sie weitere Nachsorgetermine beim Strahlentherapeuten wahrnehmen müssen oder nicht. In jedem Fall erfolgen weitere Nachsorgetermine bei Ihrem onkologischen Facharzt. Für Fragen steht der Sie behandelnde Strahlentherapeut auch weiterhin jederzeit zur Verfügung.

Die täglichen Bestrahlungen (Linearbeschleuniger)

Vor jeder Behandlung werden Sie aufgefordert, einen Teil Ihrer Kleidung abzulegen. Im Bestrahlungsraum hilft Ihnen eine MTRA, sich richtig und jedes Mal gleich hin zu legen. Eventuell werden Ihnen hierzu Hilfsmittel angeboten, die Sie schon von den Planungsterminen kennen. Ihre Position sollen Sie bis zum Behandlungsende nicht selbständig verändern. Vor Beginn der Bestrahlung verlassen alle anderen Personen den Raum.

Der Zeitaufwand der ersten Behandlung am Linearbeschleuniger ist aufgrund des hohen Lagerungsaufwandes erhöht und liegt mit 10-20 Minuten etwas oberhalb der Dauer der nachfolgenden täglichen Bestrahlungen. Dies liegt daran, dass die Einstellungen der verschiedenen Bestrahlungsfelder nochmals genau überprüft  und Kontrollaufnahmen angefertigt werden. Die Einstellung erfolgt durch Arzt und MTRA. Für die Ersteinstellungen ist am Bestrahlungsgerät ein bestimmter Zeitraum reserviert, so dass entsprechende Termine nicht flexibel vergeben werden können. Nach der Ersteinstellung werden die MTRAs versuchen, Ihren Terminwünschen für die tägliche Bestrahlung soweit wie möglich gerecht zu werden.


Die Bestrahlungen finden jeden Tag von Montag bis Freitag zwischen 8.00 Uhr und ca. 16:30 Uhr statt. Wir bemühen uns, einen für Sie passenden Termin einzurichten, an dem Sie anschließend täglich kommen. Aufgrund von Gerätewartung o.ä. erhaltenen Sie in seltenen Fällen einzelne abweichende Termine.                                   
Der tägliche Zeitbedarf am Linearbeschleuniger beträgt ca. 30 Minuten, die reine Bestrahlungszeit ist wesentlich kürzer (mehrere Minuten). Gelegentlich kann es allerdings zu unerwarteten Verzögerungen durch Notfallbehandlungen kommen.

Wir legen großen Wert auf ein Vertrauensverhältnis zwischen behandelndem Arzt und Patient. Daher können durch den regelmäßigen Kontakt eventuell auftretende Probleme jederzeit besprochen werden.

Im Verlauf der Bestrahlungsbehandlung können Nebenwirkungen auftreten, die Sie der MTRA bzw. dem Arzt mitteilen sollten. Bestrahlungsbedingte Beschwerden bedürfen einer besonderen Behandlung und besonderer Medikamente, die der Sie behandelnde Strahlentherapeut verschreibt.




Linearbeschleuniger

Die täglichen Bestrahlungen (TomoTherapy)

Vor jeder Behandlung werden Sie aufgefordert, einen Teil ihrer Kleidung abzulegen. Im Bestrahlungsraum hilft Ihnen eine MTRA sich richtig und jedes Mal gleich hin zu legen. Eventuell werden Ihnen hierzu Hilfsmittel angeboten. Ihre Position sollen Sie bis zum Behandlungsende nicht selbständig verändern. Vor Beginn der Bestrahlung verlassen alle anderen Personen den Raum. Im ersten Schritt werden zur Lagekontrolle von Patient und Tumorregion täglich aktuelle Schichtaufnahmen erstellt. In der sich für Sie anschließenden Wartephase werden die aktuellen Aufnahmen mit den Planungsaufnahmen verglichen. Weicht Ihre Lage von der Lagerung bei der Planung ab, wird diese korrigiert. Gerade in dieser Wartephase ist es wichtig, dass Sie möglichst entspannt liegen, ohne sich zu bewegen. Anschließend werden die MTRAs noch einmal in den Bestrahlungsraum kommen und ggf. nötige Korrekturen ihrer Position vornehmen. Erst danach beginnt die eigentliche Bestrahlung, die innerhalb einiger Minuten abgeschlossen sein wird.  Im Mittel liegt die tägliche Behandlungszeit bei 30 Minuten.

Tomotherapy

 Video:TomoTherapie