MRT (Herz) 

MRT Herz
Die MR-Diagnostik des Herzens hat in den letzten Jahren einen unverzichtbaren Stellenwert in der Diagnostik der Erkrankung der Herzkranzgefäße und der Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien) eingenommen. Anhand der MRT ist es möglich, Engen von Herzkranzgefäßen mit hoher Sicherheit auszuschließen oder zu diagnostizieren. Hierfür kommen Belastungsuntersuchungen zum Einsatz, bei denen die Pumpfunktion oder die Durchblutung des Herzmuskels unter Ruhebedingungen und nach Gabe eines geeigneten Medikamentes zur Belastung beurteilt werden. Weiterhin ist die MRT unverzichtbar bei der Diagnose von Erkrankungen des Herzmuskels, da mit keiner anderen Untersuchungs-technik eine vergleichbar exakte Darstellung des Muskelgewebes möglich ist. Dies betrifft zum Beispiel akute oder chronische Herzmuskelentzündungen, aber auch entzündliche Mitbeteiligungen bei anderen, z.B. rheumatischen, Erkrankungen. Ebenfalls können Speichererkrankungen, bei denen es zur Ablagerung von Stoffwechselprodukten im Herzmuskel kommt, sowie strukturelle Herzerkrankungen diagnostiziert werden. Zunehmend wird die MRT auch als ergänzendes Verfahren bei Erkrankungen der Herzklappen eingesetzt, mit dem das Ausmaß einer Fehlfunktion direkt quantifiziert werden kann. Eine große Bedeutung kommt der MRT auch bei der Diagnostik und Verlaufskontrolle angeborener Herzfehler bei Kleinkindern und Erwachsenen zu. Hier können Kurzschlussverbindungen des Lungen- und Körperkreislaufes sowie die Herzfunktion zuverlässig bestimmt werden und die anatomischen Verhältnisse besonders gut dargestellt werden.

Anmeldung zur Untersuchung
In der Regel werden Sie als ambulanter Patient von einem niedergelassenen Internisten, Kardiologen, Hausarzt oder einer anderen medizinischen Einrichtungen zu uns überwiesen. Sie sollten zur Untersuchung eine Überweisung Ihres Hausarztes bzw. eine Konsilanforderung und Ihre bisherige Krankengeschichte mitbringen. Für die Untersuchung müssen Sie möglicherweise Medikamente von uns bekommen. Da diese Medikamente nach der Einnahme bestimmter Speisen (Kaffee, Schokolade, Käse) bzw. Medikamente (Herz-Medikamente) nicht richtig wirken, sollten diese am Tag der Untersuchung vermieden werden. Sie brauchen für die Untersuchung jedoch nicht nüchtern sein.

Vor der Untersuchung - Aufklärungsgespräch
Zunächst werden Sie in einem Aufklärungsgespräch über die Untersuchung und evtl. Risiken aufgeklärt. Bitte zögern Sie nicht, alle Ihre Fragen und evtl. Probleme anzusprechen. Patienten mit einem Herzschrittmacher oder sog. ICD können eine MRT nur in Ausnahmefällen erhalten (LINK). Auch bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion ist eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Abwägung erforderlich. Für die Gabe des Kontrastmittels sowie ggf. für die Medikamente bei der Untersuchung wird Ihnen ein venöser Zugang gelegt. Sie werden dann in eine Umkleidekabine geführt. Dort legen Sie bitte alle metallenen Gegenstände, die am Körper getragen werden wie z.B. Schmuck, Uhren, Brillen, Hörgeräte, Zahnprothesen mit Metall, Piercings, Handys und Geldbeutel, ab. Kleidung mit Metallteilen müssen ebenfalls ausgezogen werden. Sie bekommen spezielle Kleidung von uns.

Im Untersuchungsraum
Unsere MTRAs helfen Ihnen, sich auf die Patientenliege des MRT Scanners bequem hinzulegen, hierzu werden Ihre Beine auf einem Kissen gelagert. Danach werden Sie an ein EKG angeschlossen, außerdem werden ein Atemkissen auf Ihrem Bauch und die Empfangsspule für das MR Signal über Ihrer Brust befestigt. Zusätzlich bekommen Sie von uns Ohrstöpsel und einen Kopfhörer, der Sie während der Untersuchung vor den Geräuschen schützt. Zuletzt erhalten Sie nun noch eine Alarmklingel, mit der Sie sich jederzeit bemerkbar machen können.

Wie läuft die Untersuchung ab?
Der allgemeine Ablauf ist derselbe wie bei jeder anderen MRT-Untersuchung (LINK). Um die Bilder zum Herzschlag zu synchronisieren, ist jedoch zusätzlich die Anlage eine EKGs erforderlich. Weiterhin werden während der Untersuchung Atemanweisungen durch die technischen Assistenten gegeben. In der Regel wird während der Untersuchung ein Kontrastmittel (meist über eine Armvene) injiziert. Im Rahmen einer Belastungs-untersuchung wird ggf. zusätzlich ein sog. Stress-Medikament injiziert (wiederum über eine Armvene), welches den Nachweis einer Enge der Herzkranzgefäße durch eine provozierte Durchblutungsstörung ermöglicht. Da diese Medikamente möglicherweise nach der Einnahme bestimmter Speisen (Kaffee, Schokolade, Käse) bzw. Medikamente (Herz-Medikamente) nicht richtig wirken, sollten diese am Tag der Untersuchung vermieden werden (LINK zu „Flyer-Patienteninformation Kardio-MRT.pdf“ => download für Patienten). Diesbezüglich erhalten Sie bei der Terminvergabe bzw. auch im Gespräch vor der Untersuchung vom behandelnden Arzt weitere Informationen. Die Dauer der Untersuchung ist zum einen von der Fragestellung, zum anderen von Ihrer individuellen Anatomie, Ihrem Herzrhythmus und der Regelmäßigkeit Ihrer Atmung abhängig. In der Regel liegt die Gesamtdauer der Untersuchung je nach Fragestellung zwischen 45 und 90 Minuten. Sollten während der Untersuchung weitere Fragestellungen auftreten, so kann sich die Untersuchungszeit verlängern.

Nach der Untersuchung
Sofern Sie für die Untersuchung keine Beruhigungsmedikamente bekommen haben, können Sie unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung selber Auto fahren. Andere Besonderheiten sind nicht zu beachten. Die elektronischen Bilddaten werden von unseren Ärzten befundet. Die Befundung erfolgt am Untersuchungstag. Da hierbei große Bilddatensätze ausgewertet werden müssen, ist eine Befundbesprechung im Anschluss an die Untersuchung in der Regel nicht möglich. Der schriftliche Befund wird an den zuweisenden Arzt geschickt. Sofern Auffälligkeiten gesehen wurden, erfolgt eine Mitteilung an Ihren behandelnden Arzt noch am gleichen Tag.